Comb. v/d Horst-Stel
Het Nederlandse bijhuis Gunter Prange

Günter Prange, der Herr des Ringlose

**Met dank aan PIPA van wie ik dit artikel op mijn website mocht plaatsen**

Günter Prange, der Herr des Ringlose

Fällt der Name Günter Prange, dauert es nicht lange, bis auch über seine berühmteste Taube, den Ringlosen gesprochen wird. Dieser Supervererber ist wohl jedem Taubenzüchter in Deutschland und weit darüber hinaus bekannt. Viele Züchter in der ganzen Welt waren und sind mit Nachkommen von ihm überaus erfolgreich.

Klaus Kühntopp, der leider viel zu früh verstorbene, ehemalige Redakteur der deutschen Taubenzeitung „Die Brieftaube“ schrieb im Jahr 2004 über den Ringlosen: „Bester der Neuzeit in Deutschland, genannt der Ringlose!“ Wieso Ringloser, er trägt doch einen Ring? stutzt der unbefangene Beobachter. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass es sich um einen Plastikring handelt. Die Geschichte dazu werden wir später erzählen. Wenden wir uns zunächst dem Herrn des Ringlosen zu.


Günter Prange

Wer ist nun Günter Prange?

Günter ist heute 74 Jahre alt und ein zurückhaltender, sehr ruhiger Mensch. Irgendwie und irgendwann muss er den Stein der Weisen des Taubensports gefunden haben, denn viele Jahre lang verging kaum eine Saison, ohne dass er überregionale Meisterschaften, nationale Ass-Tauben-Titel, 1. Konkurse in Serie und hohe Preisprozentsätze gewonnen hat. Man kann mit voller Berechtigung sagen, dass er einer der besten Züchter, wenn nicht sogar der Beste, von Deutschland ist.


Der Ringlose


NL94-2227959, der Vater des Ringlosen

Von frühester Jugend an war Günter im Taubensport aktiv und so erfolgreich wie kaum ein anderer Taubenzüchter in Deutschland. Hier sind einige seiner hochkarätigen Meisterschaften aus der Vergangenheit, die zum Teil schon mehr als 20 Jahre zurückliegen. Sie dokumentieren, wie unglaublich erfolgreich er auf alle Ebenen war. Welcher deutsche Züchter kann diese Erfolgsbilanz vorweisen?

1987: 1. Bezirksmeister im 8. Bezirk  (4.250 Mitglieder) 1988: 1. Bezirksmeister im 8. Bezirk 1989: 4. Deutscher Verbandsmeister 1990: 1. Kreismeister im Kreisverband 166 (715 Mitglieder) 1991 und 1992 nahm er nicht an der Reise teil 1994: 1. RV-Meister der RV Meppen (203 Mitglieder) 1995: 1. Deutscher Verbandsmeister       1. Ass-Vogel von Deutschland 1996: 3. Deutscher Verbandsmeister       3. und 9. Ass-Vogel von Deutschland 1997: Diebstahl der Tauben 1998: Überwiegend wurde mit Jährigen hervorragend gereist       z.B.: 732 km: 1., 5., 9. usw. gegen 970 Tb. (17 ges., 15 Pr.) 1999: 1. Kreismeister im Kreisverband 166       1. RV-Meister der RV Meppen

Wenn Günter ernsthaft mit Tauben spielt, spielt er ohne Wenn und Aber auf höchstem Niveau. Es gab Jahre, in denen er nicht mit vollem Engagement gespielt oder sogar ganz pausiert hat. Zum Beispiel ist er im Jahr 2002 während der Saison nach einigen Flügen in Urlaub gefahren. Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub hat er weitergespielt. Er hatte nur an neun von den insgesamt dreizehn Preisflügen seiner Reisevereinigung teilgenommen und trotzdem noch enorm gepunktet. Dem ist noch hinzuzufügen, dass er nicht bestrebt ist, jeden Ehrenpreis und jeden Pokal, den es zu gewinnen gibt, zu gewinnen. Er benennt zum Beispiel nie Tauben für die verschiedenen Medaillen. Sagen wir es mal so: Er gönnt den anderen Züchtern auch etwas. Eigentlich gibt es nur einen Wettbewerb, bei dem er unbedingt gewinnen will und das ist der um die ‚Goldene Taube‘ der Zeitung ‚De Duif‘.


Das ist der NL94-2227959 (Vater des Ringlosen) im März 2016

Wie kann man Taubensport überhaupt auf einem so hohen Niveau betreiben? Ist es Glück? War und ist es die Qualität der Tauben? Ist es das Einfühlungsvermögen eines besonderen Züchters, eines Ausnahmezüchters? Oder hat der Erfolg von Günter noch eine ganz andere Grundlage? Manch ein Züchter denkt vielleicht, dass es ein Kinderspiel ist, erfolgreich zu sein, wenn man über einen Zuchtschlag voller Spitzentauben verfügt. Sicher, gute vererbungsstarke Zuchttauben sind das A und O für erfolgreichen Taubensport. Aber züchten ist die eine Sache, doch spielen, erfolgreich spielen auf höchstem Niveau, die andere. Dazu muss man sein Handwerk in jeder Beziehung verstehen. Und genau das ist der Punkt, der Günter Prange groß macht, sodass er für viele unerreichbar ist, dass er seinen Taubensport auf einem Niveau betreibt, das für viele Sportfreunde in den Bereich der Fabel gehört. Ich will versuchen, das zu erklären.

Günter verbringt viel Zeit auf seinen Taubenschlägen. Er lebt praktisch mit seinen Tauben und für seine Tauben. Er beobachtet die kleinsten Regungen seiner Witwer, er kennt ihre Stärken und Schwächen. Er erkennt die kleinsten Formschwankungen und betreut jedes einzelne Tier bei Bedarf ganz individuell. Die Tiere sind ihm ans Herz gewachsen. Günter ist ein hervorragender Beobachter. Er sieht mehr als die meisten Züchter. Es ist nun einmal so, dass der, der die hohe Kunst des Beobachtens beherrscht, der Konkurrenz um mehr als einen Schritt voraus ist. Aber dafür braucht man Zeit. Diese Zeit hat Günter und er nimmt sie sich auch. Hinzu kommt noch, dass er relativ wenig Tauben hält, die sich damit auch weit besser beobachten lassen als ein riesiger Witwerschwarm, in dem das einzelne Tier völlig in der Masse verschwindet. Günter kennt jede einzelne seiner Tauben. Das ist auch einer der Gründe für seinen Erfolg.

Der Diebstahl

Im Jahr 1997 wurde auch Günter Prange von feigen Dieben heimgesucht. Zu diesem Zeitpunkt war er wie in den beiden Jahren zuvor wieder in der Goldspur. Zwei Flüge standen noch aus. Die Benannten für die Deutsche Meisterschaft waren immer sehr früh gekommen und die Weichen für ein Traumfinale waren gestellt. Am 11. Juli fanden die Träume jedoch ein jähes Ende. An diesem Tag korbte Günter seine Tauben ein. Zwei Körbe mit seinen siebzehn allerbesten Witwern stellte er wie gewohnt vor seine Garage und ging noch einmal zurück, um den letzten Korb zu holen und sich für die Fahrt zur Einsatzstelle umzuziehen. Als er dann zurück vor die Garage kam, waren seine beiden Körbe spurlos verschwunden. Von seinen siebzehn Tauben hat er nie wieder etwas gesehen. Als Außenstehender fragt man sich natürlich, wer so etwas tut. Diesen Verlust hat er sich sehr zu Herzen genommen. So sehr, dass er zeitweise daran dachte, den Taubensport aufzugeben. Es ist nur der Mutter von Gerard Koopman zu verdanken, dass Günter weitergemacht hat. Sie hat ihn auf ihre liebe Art immer wieder motiviert.


Die Schlaganlage von Günter Prange

Die Schläge

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Schlaganlage. Man kann sie schon als riesig bezeichnen. Viele kleine und größere Schläge stehen auf dem Prange-Anwesen verteilt. Platz für die Tauben gibt es in Hülle und Fülle. Eingerichtet sind die Schläge nach den modernsten Erkenntnissen. Die einzelnen Abteile beherbergen in der Regel nur sehr wenige Tauben. Schätzungsweise steht auf manchen der Schläge jedem Paar ein Luftvolumen von 2 bis 3 m³ zur Verfügung. Auf diese Art und Weise hat Günter absolut keine Lüftungsprobleme. Die Luft ist einfach in Ordnung, weil sich keine verbrauchte Luft aufstauen kann, wodurch die Form der Tauben beeinträchtigt werden könnte. Jeder Schlag ist bis ins Kleinste durchdacht. Es gibt spezielle Motivationszellen, die von der Rückwand aus ein- und umgestellt werden können, sodass die anderen Tauben im Schlag nicht gestört werden. Die Zellen bieten viele Möglichkeiten der Motivation.

Der Zuchtschlag

Aber das Herz eines jeden Taubenschlages ist der Zuchtschlag. Auch bei Günter ist das nicht anders. Anders ist bei ihm allerdings, dass seine Zuchttauben sehr viel mehr Raum zur Verfügung haben als bei den meisten anderen Züchtern. Seine Zuchttauben sitzen in sehr großen Einzelboxen. Die Größe von zwei seiner Zuchtboxen entspricht vielleicht dem Raum, der anderen Liebhabern für ihren gesamten Zuchtschlag zur Verfügung steht.


Die Zuchtzellen bei Günter Prange

Zum Schluss des ersten Teils unseres Berichtes über Günter Prange, wollen wir ihn selbst zu Wort kommen lassen und wiedergeben, was er über die Zucht zu sagen hat: „Die Zucht ist das Wichtigste überhaupt. Ich selber mache mir in Gedanken während des ganzen Jahres einen richtigen Zuchtplan mit dem Ziel, die Zucht über viele Jahre mit den Allerbesten zu erhalten. Vielleicht werde ich ihn irgendwann doch einmal aufzeichnen. Ich gehe dabei von den Linien aus, die ich weiterführen möchte und überlege dabei auch, wie ich die eine oder andere Taube in meinen Stamm einführen muss. Meine Überlegungen gehen dann so weit, dass alle meine Reisetauben gekreuzt sind, aber letztendlich doch miteinander verwandt sind. Mit den gekreuzten Tauben gehe ich dann wieder in die alte Sorte zurück. Man kann dabei sowohl zu der einen als auch zu der anderen Seite gehen.“


Auteur: 18/04/2016 - Zoland Dirk

Günter Prange, ein Züchter und Spieler von Weltklasse

Im ersten Teil der Reportage haben wir darüber berichtet, wie Günter Prange seinen Taubensport betreibt, über seine Erfolge bis zum Jahr 1999 und über die Schlaganlage. Auch in den darauf folgenden Jahren konnte Günter fast Jahr für Jahr spektakuläre Erfolge verbuchen.

Allerdings verlagerte er die Art seines Spiels. Weil er weniger Stress haben wollte, beteiligte er sich nicht an den ganz großen Meisterschaften und nahm auch nicht mehr an allen Flügen teil. Einzelne Flüge mit Spitzenergebnissen waren für ihn viel interessanter. Doch sehen Sie selbst, was er alles erreicht hat.

 

Deutsche Meisterschaften und die "Gouden Duif"

2000: 16. Deutscher  Verbandsmeister       1. Bezirksmeister im 8. Bezirk 2001: 3. Deutscher Verbandsmeister       1.,  4. und 8. Ass-Männchen von Deutschland       2. Ass-Weibchen von Deutschland       1. Bezirksmeister im 8. Bezirk       1. Kreismeister im Kreisverband 166 2002: 23. Verbandsmeister        2. Verbandsmeister im 8. Bezirk 2003: 2. Allround-Meister des Deutschen Verbandes       2. Ass-Männchen auf Verbandsebene       1. Regionalverbandsmeister im Regionalverband 410 2004: 4. Nationale Mittelstreckenmeisterschaft 2005: 3. Nationale Allround-Meisterschaft       2. Jährigen-Regionalverbandsmeisterschaft auf Verbandsebene       3. und  8. bester Allround Ass-Vogel von Deutschland       1. Regionalverbandsmeister Allround       1. Regionalverbandsmeister Jährige 2008: 1. RV-Meister des Verbandes 2009: 5. Ass-Männchen des Verbandes       1. RV-Meister des Verbandes

Und dann gibt es noch einen Wettbewerb, der Günter Prange ganz besonders interessiert. Das ist der Wettbewerb der belgischen Zeitschrift "De Duif". Mit großem Engagement beteiligte er sich Jahr für Jahr wie viele andere bekannte deutsche Züchter am Kampf um die „Goldene Taube“. Allein sechs Mal hat er diese Trophäe gewonnen. 2000, 2001, 2003, 2010, 2011 und 2013 stand der ganz oben auf dem Siegerpodium.


Der 2098-99-802, ein Sohn des Ringlosen, war 1. Ass-Männchen von Deutschland 2001

Die Preisflüge 2013, das letzte Jahr, in dem Günter aktiv reiste

28.04.13 Leverkusen/Köln (184 km) 1.833 Tb.: 1., 2., 3., 4., 5., 6., 13., 14., 17.,                                              19. usw. (30/33) 05.05.13 Koblenz (259 km) 1.867 Tb.: 1., 2., 3., 7., 8., 11., 18., 33. usw. (25/33) 12.05.13 Bad Kreuznach (316 km) 1.750 Tb.: 1., 3., 5., 6., 25., 29. usw. (20/33) 19.05.13 Koblenz (259 km) 1.667 Tb.: 4., 6., 7., 8., 10., 13., 15., 30., 32. usw. (31/33) 02.06.13 Bad Kreuznach (316 km) 1.527 Tb.: 2., 3., 6., 9., 15., 17., 18., 20., 21.,                                            25. usw. (30/33) 16.06.13 Müllheim (541 km) 887 Tb.: 2., 3., 4., 5., 6., 11., 13., 15., 19., 27. usw. (14/15) 30.06.13 Achern (450 km) 769 Tb.: 5., 6., 11., 12. usw. (11/11) 07.07.13 Achern (450 km) 718 Tb.: 1., 2., 3., 6., 7., 13., 18., 23., 24., 37. (10/12) 20.07.13 Müllheim (541 km) 303 Tb.: 1., 6., 30. (3/4) 11.08.13 Duisburg (132 km) 2.395 Tb.: 4., 5., 7., 19., 35., 65. (6/6) 07.09.13 Koblenz (258 km) 1.710 Tb.: 13., 14., 17., 28., 72. usw. (5/5)


Der 02098-00-1009 wurde 2003 2. Ass-Männchen von Deutschland

Die Linie seiner Ass-Tauben

Waren es in seinen Anfangsjahren die alten Delbars, die Günter große Erfolge brachten, so ist es heute die Verbindung dieser alten Sorte mit Tauben von C. & G. Koopman, die für die großartigen Leistungen verantwortlich ist. Zu den Koopmans hatte Günter schon früh eine gute Beziehung aufgebaut. Das wird niemanden in Erstaunen versetzen, denn die Fahrt von Meppen über die Grenze nach Nieuw-Amsterdam bzw. Ermerveen dauert gerade mal fünfzehn bis zwanzig Minuten. So kam der unbestrittene Zuchtvogel Nr. 1, der NL94-2227959, ein Sohn des Beatrix-Doffer mit der Sultana (aus Eric x Wonderduifje 056) von C. & G. Koopman nach Meppen. Dieser 959 ist Vater, Großvater und Urgroßvater einer ganzen Reihe von Ass-Tauben. Besonders gut gezüchtet hat er mit der Bellens-Täubin 736. Der 02098-97-330, ein Sohn aus dieser Kombination, flog in seiner Laufbahn acht erste Preise und zählte zu den herausragenden Vererbern auf dem Prange-Schlag. Auch der berühmte Ringlose ist ein 959-Sohn. Der Ringlose wurde Vater vieler überragender Zucht- und Reisetauben. Seine Mutter gehörte übrigens noch zur alten Delbar-Sorte von Günter Prange. Ein Sohn des Ringlosen, der 02098-99-802, wurde im Jahr 2001 1. Ass-Vogel von Deutschland. Aus einer Tochter des Ringlosen, der 02098-99-704, züchtete die bekannte deutsche Schlaggemeinschaft Bernhard Beumer & Theo Sandbothe den 05991-01-1011, der im Jahr 2002 1. Ass-Vogel in Deutschland wurde. Aller guten Dinge sind drei: 2005 stellte Toni van Ravenstein mit dem 0987-03-388 den 1. Ass-Vogel von Deutschland, dessen Mutter eine Tochter des Ringlosen und zugleich eine Schwester des 802 war. Fast wäre es auch in der Saison 2003 geglückt, dass ein Sohn des Ringlosen für Furore sorgte. Diesmal allerdings in Meppen bei Günter selbst. Er trägt die Ringnummer 02098-01-1009 und stammt aus einer Verbindung des Ringlosen mit der NL94-2783577 (aus Ons Louis x Zuster Eric) von C. & G. Koopman. Der 1009 wird mit 598,43 von 600 möglichen Punkten 2. Ass-Vogel von Deutschland. Damit sprechen die Erfolge der Nachkommen des Ringlosen doch eine sehr deutliche Sprache. 


Der 02098-04-1530 wurde 2005 3. Ass-Vogel Allround von Deutschland

Die Geschichte des Ringlose

Er wurde ganz spät im Jahr 1995 geboren. Sein Vater ist, wie bereits gesagt, der Koopman-Vogel NL94-2227959, seine Mutter die 02098-94-893, eine Enkelin des Delbar-Stammpaares 51 x 173.  Günter konnte diesen sehr späten Tauben keinen Ring mehr aufziehen, weil er keine Ringe mehr hatte. Ein Bruder des Ringlosen, der 02098-95-146, flog überragend. Sechs erste Konkurse hatte er erzielt. Leider wurde er zusammen mit den anderen hochkarätigen Witwern am 11. Juli 1997 gestohlen. Ein wunderbarer Vogel und Vererber war damit für immer verloren. Aber es gab ja noch den Bruder, der aber leider keinen Ring trug. Der hatte sich inzwischen zu einem prächtigen Vogel entwickelt. Weitere Geschwister existierten nicht, weil die Mutter, da sie kränkelte, schon vorzeitig aus der Zucht herausgenommen wurde. Also musste der Ringlose die Lücke füllen, die nach dem Diebstahl seines Bruders entstanden war. Und er füllte sie!

Sein erster Sohn von großer Klasse war der 02098-99-802. Im Jahr 2000 wurde er sehr vorsichtig gesetzt und nahm nur an zehn Preisflügen teil, bei denen er aber jedes Mal Preis machte. Damit wurde er 1. Ass-Vogel im Kreisverband 166. Ein Jahr später, im Jahr 2001, ging es dann richtig zur Sache. Er wurde 1. Ass-Männchen von Deutschland. Einfach sensationell!

Die Sorte des Ringlosen ist übrigens seit vielen Jahren nicht nur in Deutschland heiß begehrt. Viele Züchter spielen ausgezeichnet mit der Nachzucht dieses Vogels. Und das ist doch entscheidend für die Beurteilung der Vererbungsstärke einer Taube, wenn die Nachkommen auch auf anderen Schlägen die Pfannen vom Dach fliegen. Das ist etwas, was nicht jeder Meisterschlag von sich behaupten kann. Möchten Sie übrigens mehr Informationen über den Ringlosen bekommen, dann googeln Sie den Ringlosen einfach mal im Internet. Sie werden staunen, wo überall der Name des Ringlosen und seine Nachkommen auftauchen.

 

02098-07-261

Ein aktueller Zuchtvogel der jüngeren Generation ist der gehämmerte 02098-07-261. Unglaublich was der auf der Reise geleistet hat, bevor er auf den Zuchtschlag umquartiert wurde. Zehn erste Konkurse hat er geflogen und das gegen beachtliche Taubenzahlen und auf allen Entfernungen. Aber das können Sie neben dem Foto des 261 lesen. Und wir sind hier mit dem 261 eine Generation weiter, denn der Ringlose ist der Großvater mütterlicherseits des 02098-07-261. Vater des 261 ist der 02098-06-801, und der wiederum stammt aus dem 02098-01-284, der einen Supervogel zum Vater hat, nämlich den bereits erwähnten 02098-97-330, der ein Sohn des überragenden Vererbers Sohn Beatrixdoffer, BE94-2227959 ist. Gepaart war der 330 übrigens mit einer Original-Täubin von Gerard Koopman, einer Tochter von Black Power. Mutter des 02098-06-801 ist die Louis Van Loon-Täubin 493. 

Kommen wir nun zur Mutter des 02098-07-261. Das ist keine geringere als die 02098-99-1000. Ein Superweibchen, eine Tochter des Ringlosen mit der NL 94-2783577, wieder eine Koopman-Täubin aus den allerbesten Koopman-Linien. Sie ist nämlich eine Schwester des berühmten Branco, und der wiederum stammt aus Ons Louis x einer Schwester des weltberühmten Eric. Sie sehen: nur die allerbesten Tauben sind für Günter gut genug, um damit weiterzuzüchten. Dass der 02098-07-261 ein überaus hervorragender Vererber ist, muss ich Ihnen ja nicht noch erklären.

 

02098-08-520

Kommen wir nun zu einem weiteren Spitzenflieger und Supervererber von Günter Prange. Es ist der 02098-08-520, ein fahler Vogel. Sieben erste Konkurse gegen durchschnittlich 1.600 Tauben auf Entfernungen von 260 bis 680 km hat er geflogen. Und er züchtet hervorragend. Das ist allerdings nicht weiter verwunderlich, wenn man sich einmal mit seiner Abstammung beschäftigt. Eigentlich ist es eine typische Zucht à la Günter Prange.

Etwas Inzucht auf die allerbesten Linien von Günter. Vater des 02098-08-520 ist der 02098-05-580, ein Bruder des 802, der bekanntlich 1. Ass-Taube von Deutschland im Jahr 2001 war. Und dieser 802 ist ein Sohn des Ringlosen. Mehr muss dazu doch nicht gesagt werden. Mutter des 520 ist das Ergebnis einer Gemeinschaftszucht, die Günter mit dem leider viel zu früh verstorbenen Jan Lottermann gemacht hat. Diese Täubin trägt die Ringnummer NL05-1937948. Sie ist eine Tochter des Spitzenvererbers Branco Junior, NL99-5971370, von Jan, einem wunderbaren Koopman-Vogel, dessen Nachzucht einfach super war. Dieser Vogel war gepaart mit der 02098-99-1000, und damit sind wir schon wieder bei der Mutter des Supervogels 02098-07-261, der Tochter des Ringlosen. Väterlicherseits und auch mütterlicherseits sind also die Vorfahren des 02098-08-520 Nachkommen des Ringlosen. Etwas Inzucht nach Günter Prange.

Bis hier ein kleiner Überblick über die Tauben von Günter Prange. Viele Tauben hat er nicht, sein Winterbestand liegt bei etwa 120 Tauben. Was er hat, ist allerdings von allerhöchster Qualität. Holt er sich etwas dazu, muss es schon das Allerbeste sein und muss es perfekt zu seinem Stamm passen.

 


Hier hält Günter seinen 959, den Vater des Ringlosen, in der Hand, der heute sein Gnadenbrot bekommt

Noch etwas zum Schluss

Nach dem Gewinn der Goldenen Taube 2013 war es um Günter Prange ruhig geworden. Ihm fehlte ganz einfach die Motivation, und das ist verständlich, wenn man die Hintergründe kennt. Überfallartig tauchte eines Tages im Jahr 2009 die Steuerfahndung bei ihm auf. Er selbst war verreist, und seine Frau war in der Kirche. Dort hat man sie wie die Frau eines Schwerverbrechers herausgeholt und dann das Wohnhaus der Pranges nach Unterlagen über Taubenverkäufe durchsucht, um festzustellen, ob Günter Prange Steuern hinterzogen hätte. Jahrelang hat Günter danach nichts von den Finanzbeamten gehört. Man hatte umfangreich ermittelt, ohne ihn selbst auch nur ein Mal zu befragen. Man hat ihm später sogar eine rechtliche Anhörung verweigert. Für mich, der ich mehr als vierzig Jahre beim Finanzamt tätig war, ist das völlig unverständlich und auch nicht nachvollziehbar. Alles war ungeklärt, alles musste geschätzt werden. Selbst die vielen Tauben, die er für soziale Zwecke gespendet hatte, wurden ihm als Umsatz angerechnet und ebenfalls versteuert. Günter Prange und seine Frau sind durch das Vorgehen des zuständigen Beamten krank geworden. Nach etwa fünfeinhalb Jahren wurde der Fall abgeschlossen. Viele Fragen sind noch offen und Günters Frau wird sich wohl niemals wieder richtig erholen.

Günter hat sich entschlossen, in der kommenden Saison wieder anzufangen, mit Jungtauben zu spielen. Wir wünschen ihm ganz, ganz viel Erfolg dafür.


Auteur: 20/04/2016 - Zoland Dirk

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